Gefahr in Verzug

12.11.2008 - von Jürgen Blumenkamp. Zunehmen ist einfach. Abnehmen ist schwer. Was können Betroffene tun, damit es endlich gelingt mit dem Abnehmen?

Gefahr im Verzug - viele Menschen werden immer dicker.
Fett im Bauchbereich ist offenbar besonders gefährlich.
Lösung: die Fasern des Feigenkaktus können helfen.

Fast alles kommt aus den USA zu uns. Auch ein Trend, der Europäer immer dicker werden lässt. Noch schlimmer, denn die Deutschen nehmen am meisten zu und schneiden somit in Punkto Fißness noch schlechter ab.

Zunehmen ist einfach, abnehmen ist schwer. Warum?

Wir leben in einer Zeit, in der die Nahrungsbeschaffung normalerweise kein Problem ist. Alles Essbare ist im Überfluss vorhanden. Auch die Werbung suggeriert uns; iss ruhig noch etwas mehr. Und mal ganz ehrlich; wer kennt heute eigentlich noch echten Hunger? Wir essen schon wieder, obwohl wir noch gar keinen Hunger haben.

Und der Körper selber macht es uns auch nicht gerade leicht. Essen tun wir in aller Regel sehr oft - oder immer ? - unbewusst. Hier eine Pizza, dort ein Hamburger, da ein Schokoriegel - ist doch alles gesund, so jedenfalls die Werbung. Doch wer nicht aufpasst, und die Essgewohnheiten an den Körper abgibt, anstatt sie selber mit dem "Gehirn" zu steuern, der hat so gut wie verloren, will heissen, der wird mit Sicherheit immer dicker.

Und was ist, wenn wir abnehmen wollen? Woher kommt der "Jojo Effekt"? Nun, auch hier macht es uns der Körper nicht gerade leicht. Einfach nur weniger Essen bringt schlicht überhaupt nichts. Warum nicht? Nun, der Körper stellt sich mit einer gemeinen Reaktion darauf ein, dass er weniger Kalorien zugeführt bekommt. Auch wenn wir sehen, das die Waage weniger anzeigt, so bedeutet das zunächst einmal gar nichts. Denn der Körper baut jetzt noch kein Fett ab. Leider.

Warum gibt es diesen JoJo Effekt?

Bild oben; Nahrung gibts im Überfluss, und alles ist so schön lecker.

Wenn der Körper "merkt", das er nicht mehr genügend Energie (Kalorien) zugeführt bekommt, so reagiert er in den ersten Stunden damit, den Magen mal so richtig knurren zu lassen. In der Hoffnung, das er nun wieder Energie bekommt. Fast immer (oder immer?) klappt das ja auch. Unser Körper ist also ganz schön clever :-( Wenn das aber nicht hilft, also keine Energie nachgereicht wird, bedient sich der Körper zunächst mal mit seinem eigenen Blut. Darin ist nämlich eine Menge Energie gespeichert, im wesentlichen als Zucker.

Zucker ist Energie, keine Frage. Wenn diese Energiequelle nach einigen Stunden/Tagen auch verbraucht ist, dann stellt sich der Körper erstmal so richtig quer mit seinen Gemeinheiten. Er "sagt" sich nun einfach; hey, ich hab noch keine Zeit und keine Lust, an meine Fettpolster zu gehen. Das ist mir viel zu aufwändig, die mühsam gespeicherte Energie in Form von Fett wieder zurück zu verwandeln. Das mache ich später mal, wenn gar nix mehr geht. Ich mache erstmal was anderes, und zwar werde ich erstmal meine Muskeln abbauen, denn die brauchen sehr sehr viel Energie. Gesagt getan, die Muskeln werden immer schlapper, aber die Fettpolster bleiben. So ein Körper ist eben wie schon erwähnt ziemlich clever :-)

Wie kann ich den cleveren Körper überlisten?

Ganz einfach, werden Sie wieder der Herr über Ihren Körper. Schalten Sie Ihren Kopf ganz bewusst ein, und steuern Sie das ganze System. Auch wenn Sie sich so gegen die Reaktionen Ihres Körpers wehren, so wird Ihr Körper es Ihnen doch danken - er weiss es nur noch nicht. Konkret; einfach nur weniger Essen, und/oder einfach nur besser, also gesünder Essen, das funktioniert oft nicht. Ergänzend ist es zwingend nötig, Sport zu treiben, eben um zu verhindern, das sich die Muskeln abbauen können. Wenn Sie das schaffen, dann kann der Körper nicht anders, als sich geschlagen geben. Er MUSS dann an seine Fettreserven ran, und er macht es dann auch. Wenn Sie einfach nur weniger Essen, ohne Sport zu treiben, werden Sie scheinbar abnehmen, Ihr Fett wird aber nicht weniger. Und wenn Sie glauben, Ihr Gewicht erreicht zu haben, werden Sie wieder normal weiter essen, und dann kommt der Jojo Effekt; Sie werden noch dicker als zuvor. Eigentlich logisch, oder ?

Was ist denn so schlimm daran, "dick" zu sein?

Nun, grundsätzlich sicherlich nichts. Die Menschen sind eben verschieden, wir können nicht alle die gleichen Ansichten, Meinungen, Vorlieben, und somit auch nicht die gleichen Gewichte haben. Eines ist klar; wer so dünn ist wie manche Modells, der lebt auch nicht immer gesund, mal ganz davon abgesehen, das so "dünne" Mädels nicht den Durchschnitt darstellen. Da fragt man sich manchmal, wer solche Kleidung überhaupt tragen soll/kann. Aber wer zu stark zunimmt, macht auch etwas falsch, läuft auch Gefahr von sog. Stoffwechselkrankheiten heimgesucht zu werden. Und diese Stoffwechselkrankheiten können einen Menschen durchaus frühzeitig zur Strecke bringen. Wollen Sie das? Sicher nicht!

Was sind Stoffwechselkrankheiten?

Nun, wie das Wort schon andeutet funktioniert der Stoffwechsel nicht so, wie es sein sollte. Es ist so, das Lebewesen ja Nahrung aufnehmen müssen, welche im Magen und Darm zersetzt werden. Energie wird daraus gewonnen, die im wesentlichen im Darm an das Blut abgegeben wird. So tanken wir unsere Kraftreserven auf. Wer jedoch übergewichtig ist, muss vor allem seine Blutfettwerte kontrollieren und normalisieren. Aber auch andere Blutwerte, also andere "Stoffe" im Blut müssen im richtigen Gleichgewicht sein, so z.B. der Blutzuckerwert. Freilich muss auch der Blutdruck kontrolliert werden, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen.

Riskant; Fett im Bauchbereich!

Einige z.T. wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Fettpolster im Bauch ein höheres, also ein besonders hohes Risiko für Herz und Blutgefäße darstellen, während Fett am Gesäß, am Oberschenkel und Hüften nicht so gefährlich zu sein scheint. Deswegen sollte nach aktuellem Kenntnisstand der Bauchumfang bei Frauen nicht mehr als 88 cm betragen, während es bei Männern schon mal 100 cm sein dürfen. Letzlich nehmen Männer im Bauchbereich mehr zu, während Frauen tendenziell im Hüftenbereich zunehmen. Um körpereigene Fettdepots abzubauen, sollte man sich geeignet, also fettarm ernähren, und gleichzeitig Bewegung betreiben. Machen Sie mit! Schlagen Sie Ihren eigenen Körper!

Wie kann ich verhindern, dass Fett sich absetzt?

Wie wäre es, wenn es etwas gäbe, was mit der Nahrung zu viel zugeführtes Fett und Cholesterin im Körper gebunden und UNVERDAUT wieder ausgeschieden wird? Gibt es sowas? Ja! Bei der Suche nach so einem "Fettbinder" sind Forscher fündig geworden, und zwar schon vor einigen Jahren. Der Faserkomplex des Feigenkaktus, lat. "Pountia ficus indica" bringt die Erlösung. Tatsächlich gibt es bereits Medikamente mit Opuntia-Faserkomplexe, die nach einigen Studien offenbar in der Lage sind, Fette bereits im Magen zu binden. Dabei werden diese Fette eingeschlossen, und so unverdaulich gemacht, so das sie eben unverdaut ausgeschieden werden. Bei diesem Verfahren können die Fette den Körper nicht mehr belasten, und die zugeführten Kalorien sind auch weniger. Hinzu kommt noch der eigentliche Effekt des einschliessens der Fette. Dabei quillt das Material auf, und es reduziert sich das Hungergefühl. Freilich gehört zum Erfolg, das dieser Faserkomplex regelmässig, min. aber bei jeder größeren Mahlzeit eingenommen wird. Es muss also nicht immer gleich eine Magen-OP sein.

Warum werden manche Leute schnell dick?

Bild oben; Der Feigenkaktus - hier in verschiedenen Variationen - könnte für viele Betroffene eine echte Hilfe sein.

Nun, wir müssen zur Verdeutlichung mal einige tausend Jahre zurück gehen. Eine Zeit, die nicht gerade einfach war, zumindest was Nahrungsbeschaffung angeht. Regelmässige Mahlzeiten waren freilich nicht gerade an der Tagesordnung, also musste man nach Möglichkeit die Fähigkeit haben, in unregelmässigen Abständen viel Nahrung aufnehmen zu können, und diese möglichst gut verwerten zu können. Also verwerten bedeutet in diesem Falle, das möglichst viel der aufgenommenen Nahrung in das Fettpolster gespeichert wurde. Es handelt sich hier also um Menschen, die Nahrung gut verwerten können, also gute "Nahrungsverwerter". Die waren also damals ganz klar im Vorteil. Freilich gab es schon damals Leute, die diese Fähigkeit eben nicht hatten, und denen ging es damals wirklich nicht gut, denn sie konnten die Nahrung einfach nicht optimal verwerten. Vieles von guten wichtigen Nährstoffen wurde nach kurzer Zeit wieder ausgeschieden, während "die anderen" alles schön in Ihr Fettpolster gepackt/gespeichert haben, und so durchaus lange davon zehren konnten.

Heute ist es genau anders rum. Nahrung gibt es wie Sand am Meer - normalerweise jedenfalls in zivilisierten Industriestaaten (freilich soll hier nicht vergessen werden, das auch heute noch viele Menschen hungern müssen). Und wer heute auch noch die Nahrung gut verwerten kann, also eben keine Nährstoffe ausscheidet, der ist heute ganz klar im Nachteil, während die schlechten Nahrungsverwerter, die vor tausenden von Jahren es schwer hatten zu überleben, heute im Vorteil sind; die nehmen eben nicht zu.